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Studie

Warum neue Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft nur selten erfolgreich sind

Studie stellt größte Herausforderungen für neue Geschäftsvorhaben im deutschen Energiesektor heraus

Unternehmen müssen innovativ sein, um neue Lösungen für eine erfolgreiche Energiewende beizusteuern. Die Klimaziele der Bundesregierung für den Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung (65 Prozent bis 2030) sowie die Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen (55 Prozent bis 2030 gegenüber 1990) bedeuten, dass die deutsche Energiewirtschaft als emissionsstärkster Sektor einen entscheidenden Beitrag dazu leisten muss. Sowohl die regulatorische als auch die wirtschaftliche Situation scheinen ideal zu sein: verschiedene energiebezogene Inkubations- und Beschleunigerprogramme entstehen, ebenso wie Forschungsfinanzierung und Risikokapital. Doch trotz dieser klaren Innovationsaufgabe kommen nur 2,5 Prozent der neu gegründeten Unternehmen aus dem Energie- und Stromsektor (Quelle: Deutscher Gründungsmonitor 2020). Warum also sind neue Geschäftsmodelle in der deutschen Energiewirtschaft nur selten erfolgreich?

Die Entwicklung von Geschäftsmodellen stellt eine zentrale Herausforderung für wachsende Unternehmen in der Skalierungsphase dar, insbesondere wenn sich die Marktbedürfnisse oder die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern. Eine Möglichkeit, flexibel auf die sich entwickelnden Nutzerbedürfnisse einzugehen, ist die agile (Weiter-)Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Aus diesem Grund konzentriert sich die Studie auf verschiedene Aspekte der agilen Entwicklung von Produkten und Services ab dem Punkt eines bestehenden Minimum Viable Products bis hin zu einer erfolgreichen Marktdurchdringung. Die agile Generierung von Geschäftsideen oder neuen Produkten und Dienstleistungen im Sinne einer Ideationsphase oder andere ideenorientierte Ansätze wie Design Thinking sind nicht Teil dieser Arbeit.

Agile Produktentwicklung und Gründergeist erhöhen Erfolgsbilanz

Experten von umlaut haben evaluiert, inwieweit die Kompetenzen im Bereich der agilen Entwicklung zum Erfolg bei der Skalierung neuer Unternehmungen in der Energiewirtschaft beitragen. Demnach besitzen alle im Rahmen der Studie befragten Unternehmen Verbesserungspotentiale.

Diese Faktoren sind laut Experten von umlaut entscheidend für den Erfolg neuer Geschäftsideen:

  1. Ziele und ihre kontinuierliche und flexible Anpassung sowie die Anwendung der agilen Entwicklung, also Sprint-Entscheidungen auf Teamebene, werden nur teilweise korrekt umgesetzt. Schnelle Umsetzung wird häufig als Zielsetzung von Agilität betrachtet, anstatt zu verstehen, dass Kundenzentrierung und Flexibilität im Mittelpunkt stehen.
  2. Die Wachstumsmechanismen sind nur teilweise bekannt und auf finanzielle Messgrößen reduziert, weshalb Skalierung nur in begrenztem Masse katalysiert werden kann. Nicht-finanzielle Kennzahlen, etwa das Nutzerverhalten, werden kaum eingesetzt und besitzen nicht ausreichend Tragweite, um die zugrunde liegenden Effekte zu verstehen.
  3. Gründergeist ist die wichtigste Eigenschaft für ein erfolgreiches Venture-Team – und doch wird hier noch zu wenig in interne wie externe Ressourcen investiert.

In diesem Zusammenhang hat die letzte Erkenntnis die größte Wirkung, da ein verstärkter unternehmerischer Mindset oft mit einer angemessenen Ausbildung einhergeht, um die ersten beiden Herausforderungen zu meistern. Die zunehmende Offenheit der befragten Unternehmen gegenüber externen Impulsen sowie der zunehmende Austausch mit verschiedenen anderen Branchen wie z.B. der Mobilität lässt jedoch den Schluss zu, dass die Innovationsfähigkeit der Energieunternehmen langfristig zunehmen wird und Deutschland die Transformation seines Energiesystems auch wirtschaftlich bewältigen wird.

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Thomas Nicoleit

Thomas Nicoleit

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